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TRADITIONELLE CHINESISCHE MEDIZIN
Die chinesische Medizin hat eine völlig andere Auffassung von der Entstehung von Krankheiten als die westliche. Krankheitssymptome werden nicht isoliert wahrgenommen, sondern bestimmte Symptome und Zeichen werden erkannt und in Relation nicht nur zum ganzen Körper des Kranken, sondern auch zu seinem Umfeld, seinen Emotionen, seiner Konstitution, seiner Ernährung, dem Klima und vielem mehr gesetzt und nur so als Krankheit verstanden.
Damit bildet die
TCM ein komplexes System, das genutzt wird, um den Menschen in seiner körperlichen und psychischen Gesamtheit
zu beurteilen.
Auch die
Terminologie, die verwendet wird, um eine Krankheit zu beschreiben, ist eine andere; so werden z.B. Begriffe wie Wind, Feuchtigkeit, Hitze und Kälte verwendet, die in der westlichen Medizin nicht als krankmachende Faktoren angesehen werden.

Die TCM umfasst viele Therapien: neben der bekannten klassischen Akupunktur und der Moxibustion werden auch Diätetik, Arznei-
mitteltherapie
, manuelle Therapien wie z.B. TuiNa-Massage und Atem- und Bewegungstherapien wie QiGong und TaiQi eingesetzt, um die Körper-Geist-Seele-Einheit wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

 

WIE ENTSTEHT KRANKHEIT?
Aus chinesischer Sicht entsteht Krankheit durch innere und äußere krankmachende Faktoren.
Die inneren krankmachenden Faktoren sind die
7 Emotionen
(Zorn, Freude, Sorge, Nachdenklichkeit, Traurigkeit, Angst, Schock).
Die äußeren krankmachenden
Faktoren sind Wind, Feuer, Sommer-Hitze, Feuchtigkeit, Trockenheit und Kälte.
Durch diese krankmachenden Faktoren, die auch kombiniert auftreten können, entsehen Störungen, die das Qi, das Yang, das Yin, das Blut, die Säfte oder sogar die Essenz schädigen können.
Auch die Konstitution eines Menschen, klimatische Einflüsse, Umwelt, Traumata, Ernährung oder ein unausgewogenes Sexualleben sind maßgeblich an der Entstehung von Krankheit beteiligt.

 

YIN UND YANG
Das philosophische Grundkonzept der chinesischen Medizin basiert auf der taoistischen Therorie von Yin und Yang, die die gesamte Kultur der Chinesen durchdringt.
Yin und Yang beschreiben die Qualitiäten des Qi und in dieser Funktion werden ihnen verschiedene Begriffe zugeordnet, z.B.:

Yin
Verhalten

Yang
Verhalten

weiblich
unten
dunkel
kühl
reaktiv
Mond
Erde
langsam
nass
Wasser
Leere

männlich
oben
hell
warm
aktiv
Sonne
Himmel
schnell
trocken
Feuer
Fülle


Yin und Yang kann man nicht getrennt sehen, sie folgen bestimmten Gesetzen.

Die Gesetze von Yin und Yang:

  • Alle Dinge haben 2 Aspekte: Yin und Yang
  • jeder Yin- und Yang-Aspekt ist wieder unterteilbar in Yin und Yang
  • Yin und Yang kontrollieren sich gegenseitig
  • Yin und Yang transformieren ineinander

 

QI
Den Begriff des Qi zu erklären, ist sehr schwierig. Man kann ihn in etwa mit Energie, Lebenskraft, materielle Kraft übersetzen, aber
wird ihm damit nicht gänzlich gerecht. Das Qi kann vielerlei Gestalt annehmen; von dünn, flüchtig und immateriell zu dicht, fest und materiell und es ist an allen Prozessen des Lebens beteiligt.
Um die Einheit von Körper-Geist-Seele zu erhalten, muß ein reibungsloser Fluß der Lebenskraft Qi gewährleistet sein. Ist dieser gestört, so führt dies zu Störungen wie z. B. einem Mangel an Qi oder einer Stagnation.

 

BLUT
Mit Blut ist in der chinesischen Medizin etwas anderes gemeint, als in der westlichen. Blut steht hier für eine dichtere Form von Qi und hat eher energetische Bedeutung, wenngleich es natürlich auch Blut im eigentlichen Sinne meint.
Das Blut wird zum größten Teil von der Milz aus der Nahrung gebildet und hat hauptsächlich nährende Funktion. Es fließt zusammen mit dem
Qi in den Leitbahnen.

 

SÄFTE
Die Körperflüssigkeiten oder Säfte werden aus der Nahrung und den Getränken gewonnen und haben die Aufgabe, den Körper zu befeuchten, zu ernähren und das Blut zu verdünnen. Pathologisch gesehen kann es zu einem Mangel der Säfte kommen oder diese können sich im Körper in Form von Ödemen oder Schleim ansammeln.

 

SCHLEIM
Schleim ist aus chinesischer Sicht eine lang bestehende Ansammlung von Feuchtigkeit im Körper, die Ursache für viele Zivilisationskrank-
heiten sein kann. Schleim kann die inneren Organe, die Leitbahnen und die Haut befallen.

Ursache für Schleim ist häufig eine Milz-Schwäche und/oder eine falsche Ernährung.

 

ESSENZ (JING)
Die Essenz wird eingeteilt in die vorhimmlische, die nachhimmlische und die Nieren-Essenz.

Die vorhimmlische Essenz entspricht in etwa unserer Vorstellung
von Konstitution, d.h. sie spiegelt die von den Eltern ererbten Veranlagungen und Krankheitsneigungen wieder.

Die
nachhimmlische Essenz ist die, die man durch ausgewogene Ernährung und gute Atmung täglich neu erwirbt.

Für die Verdauung, die Umwandlung und den Transport der Nahrung sind Milz und Magen verantwortlich; für die Umwandlung der Energie aus der Atmung größtenteils die Lunge.

Die Nieren-Essenz ist die Summe aus der vor- und der nachhimmlischen Essenz und bildet die Grundlage für alle energetischen Prozesse im Körper sowie Wachstum,
Fortpflanzung, sexuelle Reifung, Empfängnis und Schwangerschaft.

 

ERNÄHRUNG (Diätetik)
Um die Gesundheit des Menschen zu erhalten bzw. wieder herzustellen, bedient sich die chinesische Medizin neben der Arzneimitteltherapie und der Akupunktur der Diätetik.

Nach chinesischer Ansicht stehen dem Menschen zwei Energiequellen zur Verfügung.
Zum einen die
vorhimmlische Energie, die eigentlich für "Krisenzeiten" wie schwere Krankheiten, Rekonvaleszenz, Geburt, Trauma und Schock bewahrt werden sollte und deren Erhalt ein Garant für ein langes und gesundes Leben sein kann.
Zum anderen steht die
nachhimmlische Energie zur Verfügung, die man durch gute Ernährung und Atmung täglich neu erwirbt. Um diese zu gewinnen, sind besonders die Milz und der Magen sowie die Lunge gefordert.
Grundsätzlich sollte die Ernährung thermisch unterschiedliche Nahrungsmittel enthalten, ausgewogen und abwechslungsreich und der Jahreszeit angepasst sein, sodass erst gar keine Krankheiten entstehen können.
Gezielt eingesetzt kann sie das aus dem Gleichgewicht geratene Verhältnis von Yin und Yang wieder herstellen.
Um die Energiegewinnung aus der Atemluft zu unterstützen, können Techniken wie TaiQi, QiGong oder Meditation wertvolle Unterstützung bilden.

 

 

 


DIE 5 ELEMENTE
Die 5 Elemente oder Wandlungsphasen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser bilden ein eigenständiges Modell in der chinesischen Medizin.
Jeder Wandlungsphase werden bestimmte Qualitäten und Entsprechungen zugeordnet, wie z.B. eine bestimmte Jahreszeit, eine Himmelsrichtung, eine Farbe, ein Geschmack, ein Sinnesorgan, ein Yin- und ein Yang-Organ, eine Emotion und vieles mehr.
Diese Entsprechungen können in der Diagnosefindung eine wichtige Rolle spielen.
Stehen die 5 Elemente in einem Ungleichgewicht zueinander, so kann dies zu pathologischen Veränderungen des Organismus führen. Mit Hilfe des Modells der 5 Elemente können diese Veränderungen erkannt und auch behandelt werden.

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